Wir freuen uns sehr, Dr. Mascha Koenen als neue Junior-Gruppenleiterin am Helmholtz-Institut für translationale AngioCardioScience (HI-TAC) willkommen zu heißen – einer Außenstelle des Max Delbrück Center auf dem Campus der Universität Heidelberg in Mannheim und Heidelberg. Das Berliner Max Delbrück Center und die Medizinischen Fakultäten Mannheim und Heidelberg der Universität Heidelberg haben das HI-TAC gemeinsam gegründet, um ihre Expertise in der Herz‑, Gefäß- und Systembiologie zu bündeln. Nach ihrer Zeit als Postdoktorandin an der Rockefeller University in New York ist Koenen nach Deutschland zurückgekehrt, um ab dem 1. Juni 2026 ein Labor für Gewebedynamik und das Zusammenspiel der Organe am HI-TAC aufzubauen.
„Mascha bringt exakt die Kombination an Fachkompetenzen mit, die wir hier aufbauen wollen: herausragende wissenschaftliche Leistungen, tiefgreifendes mechanistisches Denken und echten Teamgeist“, sagt Professorin Karina Yaniv, Wissenschaftliche Direktorin der Systemischen AngioCardioScience am HI-TAC. „Ihre Arbeit verbindet Stoffwechselvorgänge, Gefäßbiologie, Entzündungsprozesse und Wechselwirkungen zwischen Organen auf eine Weise, die perfekt zur Vision des HI-TAC passt.“
Koenen wird untersuchen, wie verschiedene Arten von Fettgewebe die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinflussen. So ist seit Langem bekannt, dass Fettleibigkeit in engem Zusammenhang mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes steht – allerdings nicht bei jedem Menschen, sagt Koenen. Wichtige Faktoren seien die Verteilung und die Art des Fettes: Subkutanes Körperfett etwa habe andere Effekte als viszerales Fett.
„Ich möchte verstehen, wie verschiedene Arten von Fettgewebe zur Entstehung von Krankheiten beitragen“, sagt sie. „Ist die Zusammensetzung der Immunzellen dieselbe? Unterscheidet sich das Gefäßsystem? Und erklärt dies, warum bestimmte Arten von Fettgewebe mit Folgeerkrankungen in Verbindung gebracht werden, andere hingegen nicht?“
Die Kommunikation der Zellen verstehen
Koenen begann ihre wissenschaftliche Laufbahn als Doktorandin an der Universität Ulm, wo sie sich mit der Kommunikation von Immunzellen befasst hat. Sie interessierte sich für Arthritis und fand heraus, dass für eine wirksame Steroidbehandlung das Zusammenspiel bestimmter Immunzellen, der Makrophagen, mit den Zellen, aus denen die Gelenkinnenhaut besteht, unerlässlich ist. Diese Arbeit weckte ihr umfassenderes Interesse an der zellulären Kommunikation.
Als Postdoktorandin wechselte sie an die Rockefeller University. Dort untersuchte sie, wie Makrophagen den Umbau des Fettgewebes und andere mit Adipositas verbundene Erkrankungen beeinflussen. Bei seinem Umbau verändert das Fettgewebe die physikalische Struktur, die zelluläre Zusammensetzung und zahlreiche Stoffwechselfunktionen, um sich an den Energiebedarf des Körpers anzupassen. Koenen hat herausgefunden, dass die Art des Fettes und die Mechanismen, über die es mit dem Gefäßsystem – und nicht mit Immunzellen – kommuniziert, eine entscheidende Rolle bei der mit Adipositas verbundenen Hypertonie spielen.
Zudem war ihr Labor an der Erforschung von thermogenem Fett beteiligt – einer speziellen Art von Körperfett, das gespeicherte Energie und Nährstoffe verbrennt, um Wärme zu erzeugen. Studien am Menschen deuten darauf hin, dass dieses Fett eine herzschützende Wirkung hat. Um den Effekt besser zu verstehen, entwickelte Koenen Mausmodelle. Sie stellte fest, dass Blutgefäße versteiften und die Tiere Bluthochdruck entwickelten, wenn das thermogene Fett, auch braunes Fett genannt, um die Blutgefäße herum durch weißes Fett ersetzt wurde – unabhängig von Übergewicht oder Diabetes.
Gemeinsam mit ihren Kolleg:innen identifizierte Koenen zudem ein Enzym im weißen Fettgewebe, das die Symptome verursacht. All diese Erkenntnisse verstärkten ihren Wunsch, die molekularen Dynamiken in verschiedenen Arten von Fettgewebe und deren Einfluss auf die allgemeine Gesundheit besser zu verstehen. Sie legten somit den Grundstein für die Forschung, die sie nun am HI-TAC fortsetzen wird.
„Ich bin zuversichtlich, dass Mascha ein spannendes und international beachtetes Forschungsprogramm aufbauen wird“, sagt Yaniv. „Außerdem wird sie dazu beitragen, den Ton und die Maßstäbe für das offene, ehrgeizige und kooperative Umfeld zu setzen, das wir uns am HI-TAC wünschen.“