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Health + Life Science Alliance fördert robotergestützte CT-Eingriffe

Die Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim unterstützt die Weiterentwicklung von roboterassistierten, CT-gestützten Eingriffen mit bis zu 200.000 Euro Förderung.

Für das Forschungsprojekt „Technical translation and clinical evaluation of a preexisting C-arm based robotic assistance system to spiral computer tomography“ wurden von der Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim Fördermittel in Höhe von bis zu 200.000 Euro im Rahmen des Industry Program bereitgestellt. Projektpartner sind die Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg und das Industrieunternehmen BEC Medical GmbH.

Ziel des Vorhabens mit dem Kurztitel „guidoo CT“ ist die technische Weiterentwicklung und klinische Erprobung des robotischen Assistenzsystems guidoo für den Einsatz bei nadelbasierten, perkutanen, bildgestützten Eingriffen unter Verwendung der konventionellen Spiral-Computertomographie (CT).

Das System wurde im Rahmen des Forschungscampus M²OLIE ursprünglich für den Einsatz in Kombination mit dem Cone-Beam-CT (CBCT) entwickelt und am Universitätsklinikum Mannheim bereits klinisch validiert. Aufgrund einer bildbasierten Zugangsplanung ermöglicht es eine präzise und reproduzierbare Nadelplatzierung und damit eine deutlich geringere Interventionsdauer. Auf diese Weise trägt die Technologie dazu bei, komplexe bildgestützte Eingriffe zu standardisieren und den Zugang zu minimal-invasiven Verfahren zu erleichtern.

Die ursprüngliche Systemvariante hat darauf aufbauend im ersten Halbjahr 2026 die MDR-Zertifizierung erhalten. Mit dem nun geförderten Projekt soll der Roboterassistent guidoo technisch für die Anwendung mit konventioneller Spiral-CT angepasst und anschließend im Rahmen einer prospektiven klinischen Studie evaluiert werden. Untersucht werden dabei insbesondere Sicherheit, Präzision, Anwenderfreundlichkeit sowie die Integration des Systems in bestehende klinische Arbeitsabläufe.

Gleichzeitig soll die Studie die erforderliche klinische Evidenz für eine zukünftige regulatorische Erweiterung der Technologie schaffen. Ziel ist es, die Einsatzmöglichkeiten des Systems deutlich auszubauen. Langfristig soll dadurch der Einsatz robotisch assistierter Interventionen unter CT-Bildgebung in der klinischen Routine erleichtert und die breite Anwendung minimal-invasiver Therapieverfahren unterstützt werden.

Das Projekt verbindet wissenschaftliche Expertise mit industrieller Entwicklungskompetenz. Die Universitätsmedizin Mannheim bringt dabei insbesondere ihre Expertise in interventioneller Radiologie ein, während BEC Medical GmbH als Industriepartner für die technische Entwicklung der medizinischen Robotik beteiligt ist. Die Weiterentwicklung der Technologie soll einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Metropolregion Rhein-Neckar und die Mitglieder der Health and Life Science Alliance als führenden Standort und Experten für innovative Medizintechnik weiter zu stärken. Zugleich knüpft das Projekt unmittelbar an die Arbeiten von M²OLIE an. Der Forschungscampus verfolgt das Ziel, Krebspatientinnen und -patienten mit Oligometastasen möglichst schonend und zeiteffizient zu behandeln. Innovative robotergestützte und bildgeführte Verfahren leisten dabei einen wichtigen Beitrag, um komplexe Eingriffe bei Tumorbehandlungen präziser, schonender und effizienter zu gestalten.

Weitere Informationen

Förderlaufzeit

Die Förderung umfasst bis zu 200.000 Euro für eine Laufzeit vom 01.04.2026 bis 31.03.2028. Das Projekt startete offiziell im April 2026.

Förderprogramm

Die Health + Life Science Alliance Heidelberg Mannheim wird durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg gefördert und ist ein interinstitutioneller Verbund führender wissenschaftlicher und medizinischer Einrichtungen der Region, der die Zusammenarbeit in den Gesundheits- und Lebenswissenschaften stärkt und innovative Forschung vorantreibt. Mit dem Alliance Industry Program fördert die Alliance gezielt die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie. Im Mittelpunkt stehen Forschungsprojekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse gemeinsam mit Industriepartnern in Richtung konkreter Anwendungen weiterentwickeln und so den Technologietransfer sowie die Innovationskraft der Region stärken.

Name und Institution der Projektleitung

Prof. Dr. med. Steffen Diehl
Stellvertretender Klinikdirektor
Leiter der Sektion Interventionelle Radiologie
Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin
Theodor-Kutzer-Ufer 1-3
68167 Mannheim

Über die Medizinische Fakultät Mannheim/M²OLIE

Der Forschungscampus M²OLIE ist eine am Universitätsklinikum Mannheim angesiedelte öffentlich-private Partnerschaft, die seit 2013 vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert wird. Der interdisziplinäre Forschungsverbund bringt Wissenschaft, Medizin und Industrie unter einem Dach zusammen und fokussiert sich auf die Erforschung neuer, personalisierter Behandlungskonzepte für Krebspatientinnen und -patienten mit Oligometastasen. Ziel ist eine präzise, schonende und zeiteffiziente Behandlung und ein optimierter Ablauf von der Aufnahme bis zur Entlassung der Patienten.

Über BEC Medical GmbH

BEC Medical GmbH ist auf die Entwicklung und Integration robotergestützter Automatisierungslösungen für medizinische Anwendungen spezialisiert. Das Unternehmen begleitet Projekte über den gesamten Lebenszyklus – von der Konzeption und technischen Planung über die Inbetriebnahme bis hin zur Betreuung.

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