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Inhalt
Polizeiliche Perspektive – Tanja Kramper, Polizeipräsidium Mannheim
Frau Kramper gab einen umfassenden Einblick in Formen, Dynamiken und Folgen von Stalking. Sie zeigte auf, welche Herausforderungen durch digitale Technologien entstehen (Stichwort: Cyberstalking) und welche Maßnahmen Betroffene ergreifen können, um sich zu schützen und Beweise zu sichern. Sie gab zudem konkrete Verhaltenstipps, etwa zur konsequenten Beweissicherung (Stalking-Tagebuch, Screenshots, Aufbewahrung von Nachrichten), empfahl, nicht auf Kontaktversuche zu reagieren und Vorfälle frühzeitig anzuzeigen. Zudem erläuterte sie wichtige Unterstützungsmaßnahmen, vor allem Gefährderansprache, Platzverweise und Schutzmaßnahmen im Rahmen des Gewaltschutzgesetzes.
Sozialrechtliche Beratung – Johannes Lenk, Bezirksverein für soziale Rechtspflege
Herr Lenk stellte die niedrigschwelligen Beratungsangebote vor, die sowohl betroffene Personen als auch Menschen unterstützen, die ihr Verhalten reflektieren möchten. Dieses duale Angebot ermöglicht Entlastung, Orientierung und Risikoeinschätzung und bietet einen geschützten Rahmen, in dem Belastungssituationen geklärt und Deeskalationswege entwickelt werden können. Zudem wies er darauf hin, dass die Beratungsstelle Betroffene bei der Dokumentation von Vorfällen, der Antragstellung und der Vernetzung mit weiteren Hilfesystemen begleitet.
Psychotherapeutische Unterstützung – Sabrina Sengle, Kathrin Exner und Sandra Reitz, Traumaambulanz Karlsruhe
Die Traumaambulanz Karlsruhe bereicherte den Thementag durch eine eindrucksvolle Darstellung der psychotraumatologischen Dimension von Stalking. Fr. Exner erläuterte typische Belastungsreaktionen, die Auswirkungen langandauernder Bedrohungslagen und die Bedeutung frühzeitiger Stabilisierung. Fr. Reitz erklärte die rechtlichen Grundlagen sowie die sozialrechtlichen Ansprüche auf psychotherapeutische Leistungen nach dem SGB XIV.
Besonders wertvoll war ihr Hinweis, dass Gewaltbetroffene in der Traumaambulanz rasch Unterstützung finden – ein wichtiger regionaler Baustein der Versorgung.
Orange Day als starkes Signal für Schutz, Prävention und institutionelle Verantwortung
Der Thementag hat deutlich gemacht, wie wichtig ein vernetztes Unterstützungssystem zwischen Polizei, Beratung, psychotraumatologischer Versorgung und institutionellen Ansprechstellen ist. Die zahlreichen Rückmeldungen der Teilnehmenden unterstreichen, wie hilfreich die fachlichen Impulse und die konkrete Orientierung waren.
Der diesjährige Orange Day an der UMM hat gezeigt:
Gemeinsam können wir viel bewirken – indem wir Wissen stärken, Bewusstsein schaffen und Betroffene nicht allein lassen.
Ausblick und Dank
Wie in den vergangenen Jahren finden Sie in Kürze auf dieser Webseite:
- ein kompaktes Video (ca. 3 Minuten), realisiert durch die FGV-Abteilung,
- Podcasts, die die Inhalte weiter zugänglich machen.
Wir danken an dieser Stelle allen, die diesen Thementag möglich gemacht haben – insbesondere den Referentinnen und dem Referenten sowie den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Medientechnik, des FGV-Zentrums und des Casino-Caterings.